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Pressemitteilung

Kommunen sind nicht machtlos

"Die Bürger haben ein Recht auf Unversehrtheit. Deshalb müssen wir für eine verträgliche Technologie sorgen. Die Gesundheitsvorsorge muss absoluten Vorrang vor den Interessen und dem Profit für die Industrie haben." sagt Prof. Dr. Klaus Buchner von der ÖDP. Holger Geißel, ÖDP-Kreisvorsitzender schließt sich dieser Meinung an und erinnert an das Recht der Kommunen steuernd in die Aufstellung von Sendeanlagen einzugreifen.

Mobilfunk-Sendemast über Dächern

Wer nahe am Sendemast wohnt, ist ständig Strahlenbelastung ausgesetzt.

"Die Bürger hätten ein Recht auf eine gute Mobilfunkversorgung und wir sind bei akzeptablen Werten", so Bürgermeisterin Manuela Heckl.
 
Welche Studien kann Bürgermeisterin Heckl für ihre akzeptablen Werte vorlegen? Welche Werte, gemessen in Mikrowatt pro Quadratmeter Körperfläche sind noch akzeptabel für Heckl? Welchen wissenschaftichen Wert hat diese Schutzbehauptung?
 
Joshua Pierce, Professor für Elektro- und Werkstofftechnik an der Michigan Technological University empfiehlt, Mobilfunkmasten in 500 Meter Abstand von Schulen, Krankenhäusern, gefährdeten Bevölkerungsgruppen, von dichten Wohnsiedlungen und Hochhäusern aufzustellen. Durch sorgfältige Planung der Funknetze kann man die Strahlenbelastung der Bevölkerung drastisch senken. Das kostet zwar etwas, aber unsere Gesundheit sollte uns das wert sein.
Trotzdem gilt: Auch sehr schwache Funksignale schaden. Dabei sind Kinder besonders gefährdet: Bei Ungeborenen, Kindern und Jugendlichen ist die Gefahr von ADS/ADHS, Aggressionen/Depressionen, aber auch von Burnout, Tumoren und Leukämie durch Funkstrahlung besonders groß. Der Grund ist die hohe Aktivität bei der Zellteilung. Für ungeborenes Leben besteht zudem noch das Risiko für Missbildungen.
 
Prof. Dr. Klaus Buchner, Physiker und ehemaliger ÖDP-Abgeordneter des Europäischen Parlaments erklärt: "Die Bürger haben ein Recht auf Unversehrtheit. Deshalb müssen wir für eine verträgliche Technologie sorgen. Die Gesundheitsvorsorge muss absoluten Vorrang vor den Interessen und dem Profit für die Industrie haben. Deshalb muss für ein schnelles Internet, z. b. Licht- oder Infrarottechnik, statt der bisher geplanten Hochfrequenzen verwendet werden."
 
Welches Gutachten hat die Bürgermeisterin Manuela Heckl erstellen lassen, um Strahlung und Gesundheit gegenüberzustellen? Warum legt sie dieses Gutachten nicht der Öffentlichkeit vor?
 
Wie ergeht es EHS-Betroffenen, also bereits an Funk erkrankten Menschen? Die Fehlinformation, dass EMF unbedenklich seien, verringert bei Mitmenschen die Bereitschaft zur Rücksichtnahme. Die Erfahrungen bei Betroffenen werden teiweise abgewertet und als psychisch bedingt abgetan.
Was ist dran an solchen Behauptungen?
 
Die Entwicklung des Menschen vollzog sich unter natürlich vorhandenen elektromagnetischen Feldern (EMF). An diese ist unser Körper evolutionär angepasst. Künstliche EMF sind durch ihre Polarisation und Taktung unserem Körper fremd. Zudem überlagern sie die wenigen natürlichen EMF teils um riesige Größenordnungen.
 
Die Bürgermeisterin weiter: "Man sei am untersten Bereich der Strahlenbelastung ... ".
 
Was besagt das schon, wenn die gesetzlichen Grenzwerte bei Mobilfunkstrahlung in Deutschland bei bis zu 10 Millionen Mikrowatt pro Quadratmeter Körperfläche liegen. Die Grenzwerte in Deutschland  sind mit die höchsten weltweit und dienen nicht der Vorsorge. Aus wissenschaftlicher und umweltmedizinischer Sicht sollte die Mobilfunkbelastung tagsüber 100 Mikrowatt pro Quadratmeter und nachts 1 Mikrowatt pro Quadratmeter nicht überschreiten. Das sieht auch der BUND (Deutschlands größter Umweltverband) so. Er fordert eine Höchstbelastung im Freien von 100 Mikrowatt pro Quadratmeter, dort wo sich Menschen dauerhaft aufhalten 1 Mikrowatt pro Quadratmeter. Ein guter Handyempfang ist bereits bei 0, 000.05 Mikrowatt pro Quadratmeter gesichert.
 
Mit der Aussage "Wir waren bemüht, einen Standort zu finden, hätten aber der Telekom sagen können: Macht einfach", disqualifiziert sich Gemeinderat Roland Braun selbst!
 
Kommunen haben das Recht und die Möglichkeit steuernd in die Aufstellung von Sendeanlagen einzugreifen, um die Strahlenbelastung zu minimieren. Doch viele Kommunen verhalten sich passiv und argumentieren mit Schutzbehauptungen.
 
Die Grenzwerte haben keine medizinische Schutzfunktion. Studien weisen Risiken und Schäden gerade im Normalbetrieb weit unterhalb der Grenzwerte nach. Behörden ignorieren vorliegende Forschungsergebnisse.
 
Wer nahe am Sendemast wohnt, ist ständig einer extremen Strahlenbelastung, oft von mehreren Betreibern und Frequenzen ausgesetzt.
 
Abschließend noch ein Zitat von Dr. Sam Milham, Epidemiologe : "Wir haben gehört, dass unser Lebensstil für Krankheiten verantwortlich sei ... Glauben Sie es nicht, es wird alles durch EMF verursacht."
 
 
Mit ökologischem Gruß
 
Holger Geißel

PS.: Noch ein Hinweis. Die neue Biological effects for electromagnetic fields on insects: a systematic review and meta-analysis, kurz BEEFI-Studie hat ein erhöhtes Bedrohungsniveau für Insekten durch Auswirkungen von EMF nachgewiesen. Es handelt sich um eine Metastudie mit dem Inhalt: "Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Insekten: eine systematische Übersicht und Metaanalyse" schließt Erkenntnis-Lücke über Ursachen. Wenn aber EMF zum Insektensterben beitragen, und da gibt es auf Grund der Studienlage keine Zweifel mehr, dann muss das politische Konsequenzen haben, meint Peter Hensinger, Vorstandsmitglied bei diagnose:funk.

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