Zur Hauptnavigation springenZum Hauptinhalt springen

Leserbrief von Holger Geißel v. 18.06.2022

"Diese Flächen wären für Moorschutz geeignet", NR, 11. Juni 2022

Das Wasserwirtschaftsamt hat nun eine Karte vorgelegt, an welchen Stellen im Donaumoos durch Anhebung des Grundwasserstandes eine Moorrenaturierung im Prinzip möglich ist. Das ist eine gute Nachricht. Diese künftigen Funktionsräume ähneln sehr der Karte, die bereits im Pfadenhauer Gutachten um 1987 beschrieben wurden und später im Entwicklungskonzept Donaumoos 2000-2030 auch ihren Eingang fanden. Es wurde also nochmals bestätigt, wo die besonderen Klima- und Moorbodenschutzflächen liegen sollen.

 

Auch ist sicherllich im zentralen Donaumoos der Grundwasserstand bekannt, in dem intensiv entwässert und geackert wird und die besiedelten Wohngebiete liegen, die vor zu hohem Grundwasserstand und eventuellem Hochwasser geschützt bleiben müssen. Leider ist aber genau in diesen Bereichen die Moorsackung am gravierendsten, teilweise sind es 2-3 Zentimeter pro Jahr. Bei stärkeren Regenfällen ist dort auch die Überflutungsgefahr am höchsten, da das Niederschlagswasser nicht rasch genug in die immer höher liegenden Kanäle und Gräben abfließen kann.

 

Diese zentrale wasserwirtschaftliche Frage wurde einst bei der Erstellung des Entwicklungskonzeptes nicht genügend berücksichtigt und im letzten Jahr war deutlich zu sehen, wie viele Kartoffeläcker extrem nass waren. Ein weiteres großes Problem sind PV-Freiflächenanlagen auf empfindlichen Niedermoorböden. Die neue Karte des Wasserwirtschaftsamtes zeigt sehr deutlich, dass diese Technologie nicht "nachhaltig" sein kann, wenn darunter der Moorboden staubt. Und das tut er, wenn unter den PV-Modulen nicht vernässt wird und der Klimaschutz unter den bis zu 90 Grad Celsius Wärme abstrahlenden Modulen zur Makulatur verkommt.

 

Im Donaumoos hängt wirklich alles vom Wasser ab, ob und wie weiter besiedelt werden kann. Die Treibhausgasmengen von bisher 400.000 Tonen pro Jahr müssen ungefähr auf die Hälfte reduziert werden, damit die regionale Klimaerhitzung entschärft wird und die entwässerten Moorböden durch kühlende, verdunstungsreichere Feuchtwiesen geschützt werden und ganz nebenbei auch Brachvogel und Kiebitz ohne Minisender auf dem Rücken und ohne Schutzzaun sich erfolgreich vermehren können.

 

Dass die Übergänge zu einer grundwasserfreundlichen Nutzung langfristig staatlich gefördert werden müssen, ist ja hinlänglich bekannt. Das "Moorbauern-Programm" könnte dies ermöglichen.

Zurück