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Leserbrief von Holger Geißel vom 15.04.2021

Thema "Ein Vorzeigeprojekt von einem Solarpark", DK, Dienstag, 13. April 2021

Die Regierung von Oberbayern hat also dem stolzen Bürgermeister Helmut Roßkopf von Berg im Gau bestätigt, dass es sich beim größten Solarpark Süddeutschland um ein Vorzeigeprojekt handelt. Wollen die Regierung von Oberbayern und der Donaumooszweckverband  ernsthaft mit Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen dem Moorschwund des größten Niedermoores in Süddeutschland entgegen wirken? Was hat der Donaumooszweckverband eigentlich bisher erreicht?

 

Moorlandschaften, wie das Donaumoos, sind heute vielfach intensiv genutztes Ackerland. Diese degradierten Moorlandschaften werden nun "scheinheilig" so hingestellt, als seien sie nun per Auflage im Rahmen einer PV-Nutzung wieder vernässbar. Moorböden und Moorlandschaften haben eminent wichtige Funktionen für Klima- und Biodiversitätsschutz. Sie speichern große Mengen CO2 und sind die Heimat hochbedrohter  Lebensgemeinschaften mit speziell angepassten Pflanzen- und Tierarten, wie etwa den vom Aussterben bedrohten Wiesenbrütern. Moore und Moorlandschaften machen in Bayern nur ca. 3% der Landesfläche aus, stellen in ihrer charakteristischen Eigenart aber einen Landschaftstyp dar, der keinesfalls weiter durch PV-Anlagen entwertet werden darf. Der Solarpark Schornhof soll ja lt. Zeitungsbericht um 60 Hektar wachsen und dann 200 Hektar groß sein.

 

Die bis heute übrig gebliebenen Niedermoore sind ein verschwindend kleiner Rest eines einstmals verbreiteten Lebensraumtyps. Daran sind bestimmte Lebensgemeinschaften mit seltenen Tier- und Pflanzenarten speziell angepasst. Sie können nicht auf Ersatzlebensräume ausweichen. Soll das Donaumoos etwa mit Solarparks zugepflastert werden? Das käme zumindest für viele Niedermoor-Tierarten, wie etwa Wiesenbrütern, einer Versiegelung gleich. Dafür ist meiner Meinung nach dieser nicht vermehrbare Landschaftstyp aber viel zu kostbar.