Zur Hauptnavigation springen Zum Hauptinhalt springen

Leserbrief von Holger Geißel vom 14.August 2020

Pionierarbeit im Donaumoos

Das Donaumoos ist das größte zusammenhängende Niedermoor Süddeutschlands und liegt im Städtedreieck Neuburg, Schrobenhausen und Ingolstadt. Der Entzug von Wasser aus dem Moorkörper führt dazu, dass Sauerstoff eindringt und dieser mineralisiert. Dadurch gehen jährlich ein bis zwei Zentimeter Torfboden verloren und es entstehen große Mengen an klimaschädlichem Gas (Kohlenstoffdioxid - CO2).

Das, was jetzt großspurig als "Pionierarbeit" des Donaumooszweckverbandes für eine hoch gefährdete Landschaft beschrieben wird, haben bereits vor einigen Jahren Fachleute und die KU Eichstätt vorgeschlagen. Umgesetzt wurde bisher nichts.

Im Dreieck Obermaxfeld-Altmannstetten und der Staatsstraße 2046/Kreisstraße ND 13 ist der Moorkörper in einigen Gewannen schon weitgehend aufgezehrt und mineralisiert, deshalb wächst dort nach Aussagen mancher Landwirte fast nichts mehr.

Wird dann aus dem oberflächennahen Bereich – wie das in einigen Bereichen im Donaumoos seit Jahren geschieht - noch Grundwasser für die Beregnung der Äcker entnommen, kann sich die Mineralisation des Torfes sogar beschleunigen. Seit 200 Jahren haben wir einen fortschreitenden Moorschwund von jährlich 1-3 cm durch Entwässerungsmaßnahmen und intensiver Nutzung. Dadurch werden jährlich 30 - 40 Tonnen Klimagase je Hektar freigesetzt.

Die äußerst zaghaften Maßnahmen, welche die beiden Herren vom Donaumoos-Zweckverband vorhaben, sind ein Versuch, der eventuell die Grünlandnutzung ein wenig verbessert, aber er wird die Freisetzung der Klimagase nicht reduzieren. Es handelt sich hier nicht um eine "große Pionierarbeit", sondern bestenfalls um ein "kleines Rettungsboot".

Dem Donaumoos-Zweckverband liegt seit Jahren auch für die Niedermoorgewanne nördlich von Langenmosen eine Machbarkeitsuntersuchung vor. Aber selbst dort, wo die Torfschicht noch eine Mächtigkeit um die 4 Meter hat, laufen die Niederschläge rasch aus den Drainagen und Gräben davon. Und das, obwohl das Entwicklungskonzept seit 20 Jahren ein vorgesehenes Torfkörperschutzgebiet ist! Im Moor zählt jeder Tropfen Wasser. Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Politik sind aufgerufen, die zahlreichen Funktionen der Moorlandschaften zu erhalten oder wiederherzustellen.

Deshalb fordert die ÖDP: "Rettet die Moore, rettet unser Donaumoos".


Die ÖDP Neuburg-Schrobenhausen verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen