Pressemitteilung
Kann Paludikultur Moorboden, Klima und Landwirte retten?
Gar nicht zufrieden ist der ÖDP-Kreisvorsitzende Holger Geißel mit der Arbeit des Donaumoos-Zweckverbands. Und er ist damit nicht allein.
Paludikultur? Fragwürdige Lösung!
Intensive Landwirtschaft mit Mais- und Kartoffelanbau führen zu einem jährlichen Moorschwund von ca. 2 - 3 cm. Es gibt keinen Zweifel, die Böden im Moor sind endlich. Aber Mais und Kartoffel prägen nach wie vor das Bild im Donaumoos. Das ist schädlich für das Klima und die Biodiversität. Was ist also zu tun? Neben Tourismus und Beweidung wird immer wieder Paludi ins Spiel gebracht.
So hat der Donaumoos-Zweckverband bei seiner letzten Sitzung in Karlshuld einen Beschluss für die industrielle Paludi gefasst, die vom Bund Naturschutz bekanntlich abgelehnt wird. Aber selbst beim Gremium des Donaumoos-Zweckverbands wurden Zweifel über die Machbarkeit laut. Ist überhaupt ein Markt vorhanden und was bedeutet das für den einzelnen Landwirt? Wird am Schluss der Steuerzahler wieder die Zeche bezahlen oder wird einfach nur Geld verbrannt? Darauf versucht der Artikel Antworten zu geben.
Die Halbzeitbilanz des Donaumoos-Zweckverbands und des Donaumoos-Teams wurde in der Süddeutschen Zeitung ja als vernichtend bezeichnet. Es hat außerhalb der Rückhaltebecken so gut wie keine Renaturierung stattgefunden. Ministerpräsident Söder wollte ja 2.000 ha im Donaumoos wiedervernässen. Davon ist heute keine Rede mehr.
Eigentümer, die ihre Flächen an Kartoffel- und Maisbauern verpachten, werden durch den Moorschwund praktisch jedes Jahr ein Stückchen enteignet. Sie verlieren buchstäblich ihr Land. Experten der Landesanstalt für Landwirtschaft kommen zu der Einschätzung, dass ein Drittel der bayerischen Moorflächen wegen des Torfschwunds bei "Aufrechterhaltung der bisherigen Bewirtschaftungsweise innerhalb dieser Generation Gefahr laufe, nicht mehr für eine landwirtschaftliche Produktion nutzbar zu sein".
