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Leserbrief von Holger Geißel v. 27.05.2022

"Ideelle Unterstützung vom Minister", DK, Dienstag, 24. Mai 2022

Verkehrsminister Christian Bernreiter vertritt also die Ansicht, "dass es auch in hochsensiblen Bereichen möglich sein muss, Projekte ohne große Eingriffe zu verwirklichen".

 

Für erholungssuchende und die Natur liebende Menschen ist dieser rücksichtslose Eingriff in ein zu schützendes FFH-Gebiet nichts anderes als der ökologische Supergau. Flora und Fauna, wie beispielsweise Wasserfledermäuse und auf der Roten Liste stehende Spechtarten sind weitere Verlierer des geplanten Brückenbauwerkes. Vorbei ist es mit der erholsamen Ruhe am Wassertretbecken auf der Neuburger Seite. Nicht anders sieht es auf der gegenüberliegenden Donauseite bei Joshofen aus. Wer kann noch die Stille bei der Schweiger Grotte genießen und seinen Gedanken nachhängen, wenn in weniger als 200 Meter Entfernung ständig Lastwagen und Autos vorüberdonnern? Die Bevölkerung bezahlt für dieses Wahnsinnsprojekt mit der Zerstörung ihres Englischen Gartens, ein Naturerlebnis, um das uns viele andere Gemeinden beneiden.

 

Und wozu diese nicht mehr seriös zu kalkulierende Verschuldung für die Stadt? Wir wissen doch alle, unterbrochene Lieferketten, anziehende Kosten durch immer weitere, nicht mehr berechenbare Inflationsschübe werden dieses "Brückenmonster" immer weiter verteuern. Es ist an der Zeit, den Neuburgern endlich die ungeschminkte Wahrheit zu sagen.

 

Auch ist es mehr als gewagt, bei dieser vorgesehenen Trasse von einer Ostumfahrung zu sprechen, vielmehr handelt es sich um eine Zerschneidung der Stadtteile Ostend, Heinrichsheim und Herrenwörth mit Dreck, Verkehrslärm, Lichtverschmutzung und Entwertung von Grundstücken für die Anlieger.

 

Warum brauchen wir diesen geplanten Eingriff in ein Schutzgebiet, wenn sich doch wegen der Nähe zur Bergheimer Spange diese hervorragend als Alternative ausbauen ließe und für einen Bruchteil der Kosten zu haben wäre? Auch der Schaden an der Natur wäre im Gegensatz zum Prestigeobjekt des OB und seiner Stadtratsmehrheit überschaubar.

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