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Leserbrief von Holger Geißel vom 05.03.2021

"Wieder Diskussion um Fällung", DK 2.3.2021

Es war eines der großen Ziele des Volksbegehrens Artenvielfalt "Rettet die Bienen", initiert von der ÖDP, quer über Bayern einen Biotopverbund unterschiedlichster Lebensräume zu schaffen und so unsere Tier- und Pflanzenwelt in ihrer ganzen Vielfalt und Schönheit zu schützen. Über 1,7 Millionen Wahlberechtigte haben für das erfolgreichste Volksbegehren der bayerischen Geschichte unterschrieben. Das von der Bayerischen Regierung beschlossene bayerische Naturschutzgesetz soll durch eine Vernetzung von Biotopstrukturen das Artensterben aufhalten. Von all dem ist nach zwei Jahren bei uns im Landkeis Neuburg-Schrobenhausen kaum etwas umgesetzt. Weiterhin werden unter dem Deckmantel der Verkehrssicherheit zahlreiche alte Bäume gefällt und Hecken unsachgemäß verstümmelt. Durch solche Maßnahmen verlieren wildlebende Tiere, wie beispielsweise Vögel wertvollen Lebensraum. Artenschutz sieht anders aus. In Zeiten von Artensterben und Klimawandel ist jeder gefällte Baum und jede Zerstörung einer Biotopstruktur ein großer Verlust. Bäume mildern schädliche Umwelteinwirkugen, erhalten das innerörtliche Kleinklima, prägen das Orts- und Landschaftsbild und sichern die Naherholung. Deshalb ist ein artenreicher Baumbestand zu erhalten. So steht es auch in der Baumschutzverordnung der Stadt Neuburg. 

 

Haben sich die Verantwortlichen der Gemeinde Bergheim mit den zuständigen Fachleuten im Landratsamt Neuburg, der dafür zuständigen Unteren Naturschutzbehörde in Verbindung gesetzt, um eine sachgerechte, dem Biotop entsprechende Lösung zu finden? Ansonsten bleibt das neue bayerische Naturschutzgesetz ein zahnloser Tiger, der das Artensterben nicht aufhalten wird.

 

Eichen sind wertvolle Bäume. Anscheinend nicht für Bergheims Bürgermeister Tobias Gensberger, wenn er meint: "Wir haben keine Obstbäume und keine Hecke geschnitten, nur die Eichen, Eichen sind Bäume, keine Hecken". Diese Antwort macht mich nur noch betroffen. 

 

Aber auch in Rohrenfels wird kräftig geholzt. Warum eine stattliche Linde in der Lindenstraße gefällt werden musste, ist für mich schleierhaft. Auf ihrem Standort kann sie eigentlich niemanden gestört haben und krank sehen Stumpf und Stamm auch nicht aus. Warum wurde dieser Baum trotzdem abgesägt? Wir sollten in Zukunft wirklich sorgsamer mit den Schätzen der Natur umgehen!