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Leserbrief von Holger Geißel vom 07.06.2022

"Diese Experten sollen das Donaumoos retten", NR, 31.05.2022

Das größte Niedermoor Süddeutschlands, unser geliebtes Donaumoos, soll von einem Expertenteam gerettet werden. Die in der letzten  Sitzung des Donaumoos-Zweckverbandes vorgestellten "Retter" dürfen nun ihre Fachkompetenz unter Beweis stellen, welche die bisherige Mannschaft um Geschäftsführer Hafner entweder nicht hatte oder nicht entfalten durfte. Spannend bleibt es allemal, denn die von Ministerpräsident Söder vor gut einem Jahr ausgelobten 200 Millionen Euro Steuergelder müssen jetzt wirkungsvoll in den Moor- und Klimaschutz investiert werden, was aber maßgeblich vom kommunalpolitschen Willen abhängen wird, ob die Arbeit der Fachleute auch Früchte tragen kann.

 Leider fehlt immer noch ein klares und aussagefähiges Arbeitskonzept, was bis wann zu erledigen ist. Zwar gibt es schon seit über 20 Jahren das behördenverbindliche Entwicklungskonzept Donaumoos 2000-2030, welches laut Staatsregierung auch weiterhin eine wesentliche Fachgrundlage darstellt, aber eben nicht realisiert werden durfte, da die Wasserverbände und Kartoffelbauern das nicht wollten und im Zweckverband das Schrittmaß bestimmten. Geld ist jetzt ausreichend da, aber was immer noch fehlt, ist ein konkretes Arbeitsprogramm für die Weiterentwicklung des Plans aus dem Jahr 2000. Selbst der Kreistag, der am 24. Juni 2021 diese Überarbeitung beschloss, wird langsam ungeduldig.

 Die Frage der Verbandsräte in der Sitzung ist berechtigt. Wer ist der Chef der gesamten Expertenschar, wer hat also den "Hut" auf? Da gibt es nur eine mögliche Antwort. Die Leitung muss von der Staatsregierung kommen, am besten ressortübergreifend, gebunden an die Staatskanzlei. Diese neue Führungspersönlichkeit kann dann ein professionelles Projektmanagement etablieren, mit Kosten-, Zeit-, Arbeitsplan und einer regelmäßigen Berichtspflicht.

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