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Leserbrief von Holger Geißel vom 25.02.2021

"Fragwürdige Strahlkraft", DK, Samstag/Sonntag 20./21 Februar 2021

Welchen Wert die Erklärungen des Betreiberunternehmens Telefonica haben, verrät ein Blick auf das Dach des Elisabeth-Hospizes, das jetzt von zwei Mobilfunkmasten verunziert wird. Statt die Anlage bis 2015 abzubauen, hat sie Zuwachs bekommen. Lt. Behörden sind ja die gesetzlichen Vorschriften erfüllt, die Grenzwerte werden eingehalten, ja sie werden weit unterschritten. Es besteht daher keine Gesundheitsgefahr, so die Rechtfertigung der mobilfunk-hörigen Behörden. Mit wieviel Mikrowatt pro Quadratmeter Körperfläche die Bürger verstrahlt werden, erfahren sie nicht, auch nicht von den drei Grünen-Stadträtinnen.

 

Fakt ist: Es gibt bei künstlich erzeugter Strahlung kein risikofreies Expositonsniveau. Grenzwerte legen lediglich das Verhältnis von Nutzen und Risiko fest, d. h. wieviel geschädigte Personen kann man in Kauf nehmen. Denn man weiß schon lange, dass weit unterhalb der Grenzwerte die Strahlung Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Konzentrations-, Gedächtnis- und Lernstörungen, Allergien, Immunschwäche, Erschöpfung, DNA-Schäden, Herzrhythmusstörungen, depressive Verstimmungen, sowie erhöhtes Krebs- und Tumorrisiko verursacht.

 

Politiker aller Parteien, außer der ÖDP, werden damit ihrer Gesundheitsvorsorge nicht gerecht. Auch die Grünen verweigern die Diskussion über Gefahren elektromagnetischer Felder und stehlen sich aus der Verantwortung.

 

Nicht nachvollziehbar für mich war auch das Abstimmungsverhalten der Grünen in Neuburg und Ingolstadt im Stadtrat. Der von der ÖDP verfasste und von Stadtrat Michael Wittmair von der Linken eingebrachte Antrag für ein 5G-Moratorium, wurde vom übrigen Stadtrat ohne Diskussion, zum Schaden der Neuburger abgelehnt.  In Ingolstadt hat nur die ÖDP gegen das 5G-Testfeld bei Audi gestimmt.

 

Erwähnenswert ist noch das Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts Bremen, das Professor Alexander Lerchl im Dezember 2020 zur Rücknahme seiner Fälschungsbehauptung gegenüber der REFLEX-Studie verurteilt hat. Lerchl gilt als einer der wichtigsten Berater der Bundesregierung in Sachen Mobilfunk. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat 2019 noch über eine Million Euro einen Auftrag zur Erforschung der Auswirkungen von 5G auf menschliche Zellen ausgerechnet an den Professor für Biologie und Ethik, Alexander Lerchl und sein Team, vergeben. Lerchl hat immer im Sinne der Mobilfunkindustrie und der Bundesregierung geliefert.

 

Deshalb fordert ÖDP-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Klaus Buchner: "Das Bundesamt für Strahlenschutz muss nun endlich die Notbremse ziehen und Studien zu 5G an unabhängige Wissenschaftler vergeben." Diagnose:funk, die Verbraucherschutzorganisation verurteilt die geplante Einführung von 5G als verantwortungslosen Feldversuch an Mensch, Tier und Pflanze. Dem ist nichts hinzuzufügen.