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Leserbrief von Michael Stichlmair

zum Artikel vom 2. Februar: "Der Landkreis muss voranschreiten" - Maxi Schwarzbauer ist Umweltreferentin im Kreistag

Es ist gut, dass Maxi Schwarzbauer in den Kreistag gewählt wurde, auch, dass sie als Grüne einen Referentenposten bekommen hat. Sie kann und wird sich kompetent für ihre Bereiche Umwelt, Klima und Energie einsetzen und (Achtung Sarkasmus:) soviel sie auch einbringen wird, die Errungenschaften werden durch Eingaben, die ein Wirtschaftsreferent, ein Verkehrsreferent, usw. vorbringt, konterkariert werden.

Die klassische Aufteilung der Referate/Ministerposten in Bund, Ländern und Gemeinden, ist seit mindestens 40 Jahren veraltet, weswegen wir uns in der jetzigen Klimakatastrophe befinden. Zur Erinnerung: Es geht nicht darum, das Klima zu retten, sondern der Menschheit ein Überleben zu ermöglichen - das Klima, der Planet Erde wird auch ohne uns weiterbestehen aber durch den menschengemachten Klimawandel befinden sich schon jetzt viele Menschen und Staaten in einem Überlebenskampf.

Wir müssen in allen Bereichen - ja, auch in der eigenen Familie und bei uns selbst - eine neue Entscheidungsfindung einführen: Für jedes Vorhaben muss zuallererst die Frage der Nachhaltigkeit, der ökologischen Unbedenklichkeit, gestellt werden. Ist diese gegeben, gilt es zu prüfen, ob die Maßnahme auch sozial ist, also gut für die Menschen vor Ort UND weltweit. Erst dann stellt sich die Frage, ob das Vorhaben bezahlbar und auf Dauer wirtschaftlich sinnvoll ist.

Ein Projekt, das nicht nachhaltig ist, kann auch nicht sozial sein, denn Umweltschäden schädigen immer auch Menschen - vielleicht nicht vor Ort aber irgendwo sonst auf der Welt. Ausnahmen können höchstens ganz kurzfristige Katastrophenhilfen sein.

 

Die Folgen solch einer verantwortlichen Entscheidungsfindung wären für Deutschland und alle anderen reichen Staaten natürlich extrem, da wir nur auf Kosten der Armen dieser Welt in einem solchen Überfluss an Dingen leben.  Wenn alle Menschen auf der Welt so leben würden, wie wir Deutsche, bräuchten wir drei Erden, so der jetzige Wissensstand.

 

Das heißt, um unseren Teil an Verantwortung für die Zukunft beizutragen, sparen wir uns die nächsten zwei neuen Hosen, Jacken, Handys, Autos, Möbelstücke, Flüge, ... die wir uns normalerweise gekauft hätten. Wir können nicht von einem Drittel der Nahrung leben aber wir müssen die Lebensmittel umweltgemäß produzieren und dann alles nutzen, anstatt große Teile (vom Acker bis zum Kühlschrank) kaputtgehen zu lassen. Wir bauen natürlich keine einzige neue Straße (und auch keine zusätzlichen Fahrradwege) - auch weil das nur mehr Kfz-Verkehr begründet - sondern reduzieren den motorisierten Individualverkehr und die Transporte um zwei Drittel. Wenn man das konsequent so weiterdenkt, ist nicht weniger als eine Umkehrung - eine Revolution - unserer Lebensweise nötig, um verantwortlich zu leben. Nichts weniger als diese Revolution mit dem Kreistag umzusetzen, wäre die Aufgabe von Maxi Schwarzbauer.

 

Michael Stichlmair

stellv. ödp-Vorsitzender