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Pressemitteilung

Mehr Raum für Reb- und Birkenhühner!

Damit vom Aussterben bedrohte Vogelarten erhalten werden können, brauchen sie ausreichend geeigneten Lebensraum. Dafür fordert der ÖDP-Kreisvorsitzende Holger Geißel vom Donaumoos-Zweckverband ein Konzept. Denn sonst ist die kostspielige und zeitaufwändige Wiederansiedlung von Feldhuhnarten dort zum Scheitern verurteilt.

Ein Rebhuhn ist durch seine Tarnfarbe im Gehölz kaum zu entdecken

Suchbild: Wo ist das Rebhuhn?

Der Lebensraum für Birkhühner und Rebhühner ist längst durch die intensive Entwässerung und Landnutzung des gesamten Moorgebietes zerstört worden. Die Agrarpolitik mit ihrer Förderung hat den Vogel des Jahres 2026, der bereits 1991 wegens seines massiven Rückgangs diesen Status innehatte, zum Aussterben verurteilt. Rebhühner wie Birkhühner benötigen eine an ihre Bedingungen angepasste Landschaft, die jedoch im Donaumoos nicht mehr vorhanden ist und nur durch die Umsetzung des Donaumoosentwicklungskonzepts wieder weitgehend hergestellt werden kann. Zwar waren in den letzten Jahren noch vereinzelt im Moos die Balzlaute der Rebhähne zu hören, allerdings nur dort, wo reichlich Altgrasstrukturen, kleinere Feldgehölze und breite Graben - oder Wegränder Deckung und Nahrung bieten.
 
In den letzten 20 - 30 jahren ist die Population bundes- und bayernweit um 90 - 95% zurückgegangen. Aber nicht da Marder, Fuchs und Falke zu wenig "im Zaum gehalten" wurden, entscheidend ist ausschließlich der nicht mehr vorhandene Lebensraum für diese Feldhuhnart, unter anderem fehlen magere Moorwiesen.
 
Im Artikel des Donaukurier wurde die Bejagung des Wanderfalken als notwendige Maßnahme zur Erhaltung des Rebhuhns genannt. Der Wanderfalke ist über das deutsche Naturschutzrecht geschützt und steht im deutschen Jagdrecht unter ganzjähriger Schonzeit. Der Wanderfalke war 1970 in Deutschland fast ausgestorben und konnte durch den Einsatz des LBV mit langjähriger Nestbewachung wieder auf einen tragfähigen Bestand gebracht werden. Dieser große Erfolg konnte nur mit Steuergeldern und tatkräftiger ehrenamtlicher Arbeit erzielt werden. Deshalb ist es völlig widersinnig, das Rebhuhn durch den Abschuss des Wanderfalken retten zu wollen.
 
Die Realität sieht doch ganz anders aus. Neben der Zucht der Rebhühner in dieser sterilen Anlage, die dann in der freien Natur "hilflos" ausgesetzt werden sollen, fehlt in diesem Bericht und bei den Akteuren ein klares Konzept. Wo sollen die Hühner ausgesetzt werden, in welcher Anzahl und in welchen Verbänden soll das bewerkstelligt werden? Auf welchen Zeitraum ist das Projekt angelegt? Welche Lehren können wir daraus ziehen? Warum haben sogar die Jagdverbände eine Förderung abgelehnt?
 
Für den Donaumoos-Zweckverband, der die Anlage zur Verfügung stellt, ist dieses "Ausprobieren" wie seine Betreuer es nennen, kein Ruhmesblatt. Auch das "Haus im Moos" muss nach dem kläglichen Scheitern mit der Birkhuhnzucht um sein Renommee fürchten. Schließlich hat diese Stiftung einen besonderen Bildungsauftrag zur Weiterentwicklung des Donaumooses. Dieses sogenannte Artenschutzprojekt, welches eher Futter für Habicht und Fuchs produziert als das Augenmerk auf den hoch bedrohten Lebensraum dieser Feldhuhnart zu richten, gehört leider nicht dazu. Was vielleicht gut gemeint ist, hat mit dem Grundgedanken "Vogel des Jahres" nur wenig zu tun.

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