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Pressemitteilung

Moorböden als Acker nutzen ist kein Moorschutz!

Das Projekt StabiLand der IG Bauern hat mit Klima- und Moorschutz nichts zu tun, meint der ÖDP-Kreisvorsitzende Holger Geißel und begründet seine Einschätzung in einem Leserbrief.

Moorlandschaft

Für Ackerbau müssen Moore entwässert und damit zerstört werden.

Seit Jahrzehnten  ist allen Moosbauern bekannt, Ackerbau auf nassen Flächen ist nicht möglich. Deshalb arbeiten die Wasserverbände im Donaumoos mit permanenter Grabenräumung. Sind die Flächen zu nass, rückt eine externe Dränmaschine an und verlegt neue gelbe Entwässerungsschläuche etwas tiefer, wie vorletzten Winter im südwestlichen Moos geschehen. Dieses Vorhaben ist allerdings nicht mehr zulässig.
 
Das Projekt StabiLand hat wohl einzig und allein den Zweck, den Grundwasserstand soweit hoch zu halten, dass Trockenschäden an Kartoffeln bzw. die Beregnung vermieden werden  können. Die Wasserstände, also die tatsächlichen Grundwasserstände unterhalb der verdichteten Oberfläche sind dem Wasserwirtschaftsamt längst bekannt. Diese liegen vielfach unter einem Meter, damit können die Wurzeln der Kulturpflanzen, wie Mais und Kartoffel, das kostbare Nass nicht mehr erreichen. Die IG-Bauern wünschen sich deshalb einen stabilen Grundwasserstand bei 40 - 60 cm. Mit Klima- oder Moorschutz hat das aber nichts mehr zu tun.
 
Auch von einer zukunftsfähigen Landnutzung für Enkel und Urenkel, wie Gerhard Dittenhauser die Öffentlichkeit wissen lässt, kann keine Rede sein. Ackergenutzte Moorböden, auch wenn das Grundwasser noch bei ca. 40 cm gehalten werden kann, sacken jährlich um 2-3 cm ab. Dies deutet auf eine "endliche" Moornutzung hin, wie dies die Vizepräsidentin der Landesantalt für Landwirtschaft, Frau Freibauer, in einem Vortrag im Haus im Moos im letzten Jahr so treffend auf den Punkt brachte.
 
Die Moosbauern wissen, dass mit dem Kartoffelanbau ein stattlicherer Deckungsbeitrag (Gewinn je Hektar nach Abzug der Fixkosten) erwirtschaftet werden kann, als dies mit Faserpflanzen der Fall ist. Schließlich gibt es ja die Förderung über Direktzahlungen (EU 1. Säule). Für das Versuchsprojekt mit gewünschten 100 Hektar betragen die gemeldeten Flächen derzeit weniger als einen Hektar. Wie will man aber auf einer sehr begrenzten Fläche den Grundwasserstand anheben, wenn die Entwässerungsverbände im Umkreis die Gräben vertiefen?

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