Pressemitteilung
Viel Geld für "Pitzelkram"?
Was nutzt es, zu wissen, wie man große Mengen Papier aus Moorpflanzen herstellen kann, wenn diese Moorpflanzen nicht zur Verfügung stehen? Das fragt sich Holger Geißel nach einer Pressemitteilung des Donaumoos-Zweckverbands, in der Forschungsgelder für das Projekt "Mach-Moor-Papier" gefeiert werden. Der Vorsitzende des ÖDP-Kreisverbands zweifelt daran, dass das Vorgehen zielführend ist.
Aus Moorpflanzen kann man Papierprodukte herstellen.
Was will uns der Donaumoos-Zweckverband mit dieser Pressemitteilung sagen? Wie man 352.000 Euro verwenden will, ohne über gewissenhafte, mengenbezogene und monetäre Erkenntnisse zu den bisher produzierten Papierschachteln, Postkarten, Verpackungen oder Briefpapiere zu verfügen? Bis jetzt gibt es vom Donaumoos-Zweckverband keine Aussage, welche Menge an Sumpf-Planzenfasern mittel- bzw. langfristig zur Verwertung bereitgestellt werden könnten. Es stellt sich außerdem die Frage: Wo wären denn die geeigneten Flächen/ Moorböden mit Grundwasserstand nahe der Geländeoberkante, die realistischerweise überhaupt für diese Paludi-Kulturen zur Verfügung stünden?
Zugegeben, die Erhaltung des Moorkörpers ist ein hoch komplexes Thema, dem sich der Donaumoos-Zweckverband seit Jahrzehnten mehr oder weniger - erfolglos stellt. Auch mit dem zusätzlichen Team Donaumoos geht anscheinend nichts wirklich voran. Sehen wir der Realität doch ins Auge. Die Beharrungskräfte der entwässerungsbasierten Landnutzung, manifestiert in der Kommunalpolitik, geprägt von den Kartoffelbauern, sorgen bis dato, dass sich im Donaumoos vorerst wenig ändern soll.
Wie auch, solange der subventionierte und klimaschädliche Kartoffelanbau Verkaufserlöse von 6.000 Euro/ha oder mehr generiert, bietet der Umstieg auf eine "nasse" Moornutzung für die Landwirte wenig Anreiz. Und, wenn die Kartoffeln in einem besonders nassen Jahr auf den Äckern verfaulen, stehen Entschädigungen bis zu 4.000 Euro/ha bereit. Damit entfällt das unternehmerische Risiko und es geht weiter wie bisher.
Die entscheidende Frage lautet nun: Was bekommen die Verpächter als Pachtzins, der für sie ja ein Einkommen darstellt und welche langfristige Förderung für die Landeigentümer wären nötig, d.h. welche Summe müsste der Staat also in die Hand nehmen, damit endlich "echter Moorschutz" möglich ist.
Das, was der Donaumoos-Zweckverband bisher geleistet hat, ist - wie Hermann Löns 1911 über den Naturschutz spöttelte - eher nur "Pitzelkram!"
